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Handys mögen keine "Blauen Engel"

Modulation der Handystrahlung beeinflusst auch die Gehirnaktivität

 
Weniger als ein Drittel der Handys auf dem deutschen Markt erfüllen die Kriterien für den "Blauen Engel", das Qualitätssiegel für strahlungsarme Handys. Hohe Bandbreiten der Übertragung erfordern mehr Leistung um die Übertragungssicherheit zu gewähren. Dadurch sind die Hersteller nicht in der Lage den "Blauen Engel" zu beantragen.
 
Da die Einführung des Gütesiegels "DER BLAUE ENGEL"  nicht im Konsens mit den Herstellern und Netzbetreibern erfolgt, kann man vermuten, dass selbst niedrige SAR-Werte nicht ungefährlich sind und man sich mit der Boykotierung einer gewissen Haftung entziehen will. Es ist klar, dass auf Grund der dynamischen Leistungsregelung der Mobiltelefone die tatsächlichen Werte sehr stark schwanken.
Unabhängig davon ob die Hersteller in Zukunft tatsächlich keinen Gebrauch von dem Siegel machen, wäre im Interesse der Verbraucher eine andere Lösung anzustreben. Wie bei den Zigaretten sollte auf die Gefahren hingewiesen werden.
Der SAR-Wert sollte auf Verpackung und Gerät aufgedruckt sein müssen mit dem Zusatz, dass Gesundheitsschäden nicht ausgeschlossen sind  mit dem Hinweis auf die bekannten Gefahren die  durch die REFLEX-Studie wissenschaftlich belegt sind.. Außerdem ein Nutzungsverbot für unter 16 Jährige.
 
Ein Teil der Mobilfunkstrahlen wird im Gewebe absorbiert und heizt es damit auf. Besonders schlecht durchblutetes Gewebe, wie das Augeninnere, ist gefährdet. Das Umweltbundesamt vergibt den "Blauen Engel" an Handys mit einer spezifischen Absorptionsrate (SAR) von 0,6 Watt/Kilogramm (W/kg) und will damit Gesundheitsrisiken ausschließen.
 
Um gesundheitliche Risiken tatsächlich auszuschließen wären ganz andere Kriterien notwendig.
 
Die spezifische Absorptionsrate (SAR), ihre Maßeinheit ist Watt pro Kilogramm (W/kg), beschreibt die Energie, die beim Telefonieren mit dem Handy, pro Kilogramm Körpergewicht in einer bestimmten Zeit vom Körper aufgenommen und in Wärme umgewandelt wird. Laut einer Erhebung über SAR-Werte der in Deutschland marktüblichen Handys im Januar 2004, bewegen sich diese zwischen 0,22 W/kg und 1,94 W/kg.
 
Donnerstag 31. März 2005

Modulation der Handystrahlung beeinflusst die Gehirnaktivität

Zürich (AP) Die Gehirnaktivität des Menschen wird nicht nur durch die elektromagnetische Strahlung der Mobiltelefone, sondern auch durch die Modulation der Strahlen beeinflusst. Dies haben Forscher der Universität Zürich und der Forschungsstiftung IT'IS herausgefunden. Die Konsequenzen für die Gesundheit sind unklar.

Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung, wie sie Mobiltelefone produzieren, beruhen auf deren thermischer Wirkung: Moleküle im Körper nehmen die Energie der Strahlen auf, geraten in Bewegung und erzeugen dadurch Wärme. Je höher die Intensität der Strahlung, desto größer der Effekt, wie die Universität Zürich in ihrer jüngsten Internetpublikation unipublic schreibt.

Forscher des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie haben nun herausgefunden, dass nicht nur die Intensität der Strahlung von Bedeutung ist, sondern auch die Modulation, die zur Übertragung der Information verwendet wird. Die Forscher hatten dafür den Einfluss von Strahlen aus Handys mit denjenigen von Mobilfunk-Basisstationen verglichen, weil die Strahlung von Mobiltelefonen stärker moduliert und deshalb größere Intensitätsschwankungen hat als Basisstationen.

Bei den Versuchen mit stark modulierter Handystrahlung fanden die Forscher im Gehirn der Versuchspersonen eine erhöhte Aktivität in der Hirnrinde, im Bereich des Arbeitsgedächtnisses. Bei der weniger modulierten Strahlung der Basisstationen trat kein Effekt auf. Dieses laut der Mitteilung auch für die Forschergruppe unerwartete Ergebnis wurde in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift «European Journal of Neuroscience» veröffentlicht.

Die Gründe für diesen Unterschied kennen die Forscher noch nicht. Die Wirkungsmechanismen seien unklar, schreibt die Universität. Deshalb sind auch die Konsequenzen der Resultate für die Gesundheit unklar. Zudem weisen die Forscher darauf hin, dass die Versuchsanordnung eine künstliche Situation ist, weil die Signale der Basisstation normalerweise viel schwächer als jene der Handys sind.

 
 
GRUNDLAGE FÜR UMWELTZEICHENVERGABE

Mobiltelefone RAL-UZ 106

1 Vorbemerkung

1.1
Die Jury Umweltzeichen hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dem Umweltbundesamt und unter Einbeziehung der Ergebnisse der vom RAL einberufenen Anhörungsbesprechungen diese Grundlage für die Vergabe des Umweltzeichens beschlossen. Mit der Vergabe des Umweltzeichens wurde der RAL e.V. beauftragt. Für alle Erzeugnisse, soweit diese die nachstehenden Bedingungen erfüllen, kann nach Antragstellung beim RAL auf der Grundlage eines mit dem RAL abzuschließenden Zeichenbenutzungsvertrages die Erlaubnis zur Verwendung des Umweltzeichens erteilt werden.

1.2 Hintergrund
Mobiltelefone (Handys) werden vielfältig genutzt. Im Vordergrund stehen Gespräche und das Versenden von Nachrichten und Bildern, doch zunehmend werden auch Informationen aus dem Internet abgerufen, Möglichkeiten zum Spielen genutzt, und schließlich ist absehbar, dass dem Handy auch Funktionen im Waren- und Geldverkehr übertragen werden.
Der Mobilfunk ist eine wichtige, zukunftsorientierte Technik. Die Handys werden beruflich ebenso wie privat verwendet. Allein in Deutschland bestehen 2002 bereits mehr als 55 Millionen Mobilfunkanschlüsse und eine fast flächendeckende Nutzungsmöglichkeit. In anderen Industrieländern ist die Verbreitung teilweise noch höher.
In jeder Nutzungsform des Handys werden Daten mittels Funkwellen bestimmter Frequenzbereiche übertragen. In einem relativ dicht besiedelten Land mit ausgeprägter Infrastruktur wie Deutschland ist letztlich jeder Einwohner den damit verbundenen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Die Mobilfunk-Basisstationen senden und empfangen Funksignale (auch als „Mobilfunkstrahlung“ bezeichnete nichtionisierende Strahlung) und sorgen für die Verbindung zwischen den Gesprächspartnern. Sie sind inzwischen fast allgegenwärtig, und ihre Zahl wird mit der Einführung der UMTS-Technik weiter wachsen. Vielerorts wird die Frage nach möglichen Wirkungen der elektromagnetischen Felder gestellt. Bislang gibt es keine eindeutigen Nachweise, sondern nur einzelne Hinweise auf mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Mobilfunkanlagen.

Sowohl die Bundesregierung als auch die Mobilfunkbetreiber und die Handyhersteller finanzieren weitere umfangreiche Forschungen auf dem Gebiet der gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder von Mobilfunkanlagen und emissionsmindernder Techniken, um wissenschaftlichen Hinweisen über mögliche Wirkungen nachzugehen und die Exposition der Bevölkerung vorsorglich zu minimieren.

Im Weiteren werden nur die Endgeräte des Mobilfunks betrachtet, die in Deutschland mit dem Kunstwort „Handy“ bezeichnet werden. Der Nutzer befindet sich nur mit diesen in unmittelbarem Kontakt und kann den Umgang damit auch in gewissen Grenzen selbst beeinflussen. Neben der Forderung nach einem möglichst geringen SAR-Wert (s. 1.3) werden Mindestanforderungen an Materialien und Recyclingfähigkeit der Geräte gestellt.

1.3 Gesundheitsaspekte
In zahlreichen wissenschaftlichen Studien weltweit wurde und wird nach Einflüssen der Einwirkung elektromagnetischer Felder (nichtionisierende Strahlung) auf menschliches Befinden und Gesundheit gesucht. Dabei ist zwischen thermischen Effekten (durch Erwärmung biologischer Gewebe) und nichtthermischen Effekten zu unterscheiden. Die Strahlenschutzkommission (SSK) hat die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den gesundheitlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder umfassend bewertet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die geltenden Grenzwerte nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand vor nachgewiesenen Gesundheitsgefahren ausreichend schützen. In Bezug auf die Frage, ob es jenseits dieser Feststellung einen wissenschaftlich begründeten Verdacht oder zumindest wissenschaftlich begründete Hinweise auf mögliche gesundheitliche Gefahren unterhalb des geltenden Grenzwertes gibt, erkennt die SSK in einzelnen Studien wissenschaftliche begründete Hinweise auf Gesundheitsbeeinträchtigungen. Sie stellt dazu aber fest, dass sich „auch unter Berücksichtigung des Umfangs und des Ausmaßes der Verdachtsmomente ein zusätzliches Risiko über die bisher bekannten gesundheitlichen Beeinträchtigungen hinaus nicht angeben lässt“. Sie plädiert deshalb für weitere intensive Forschung.
Vorbeugende Maßnahmen zielen darauf, unnötige Expositionen zu vermeiden bzw. unvermeidbare Expositionen möglichst weitgehend zu minimieren.
Ein wichtiger Indikator für die gesundheitlichen Wirkungen der Funkwellen bei Handys ist die spezifische Absorptionsrate, der SAR-Wert. Er wird ausgedrückt in Watt pro Kilogramm biologisches Gewebe und wird grundsätzlich bei maximaler Leistung des Handys nach einem standardisierten Verfahren gemessen 5). Nach Herstellerangaben unterschreiten alle im Handel befindlichen Handys den von der ICNIRP 6) empfohlenen maximalen SAR-Wert von 2 Watt pro Kilogramm, gemittelt über 10 Gramm Körpergewebe. Für die Vergabe des Umweltzeichens ist jedoch im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes eine Minimierung der Exposition anzustreben.
Neben dem SAR-Wert sollte auch die Leistungsfähigkeit der Handys innerhalb der bestehenden Netze als ein Kriterium der Gebrauchstauglichkeit in Betracht gezogen werden. Es gibt aber dafür bislang weder ein standardisiertes Messverfahren noch eine einvernehmliche Bewertung der Relation zwischen SAR-Wert und Leistung, daher ist die Einbeziehung dieses Aspektes für die Fortschreibung der Vergabegrundlage vorgesehen.

Ungeachtet dessen sind die Hersteller gefordert, Geräte mit geringen SAR-Werten bei Sicherung der Gebrauchstauglichkeit zu entwickeln.

1.4 Umweltaspekte
Handys vereinen eine Vielzahl funktioneller Einheiten. Sichtbar sind das meist aus Kunststoff oder gelegentlich aus Metall bestehende Gehäuse, die Tastatur und die in Glasplatten eingebettete Flüssigkristallanzeige sowie die Anschlüsse für periphere Geräte. Mikrofon und Lautsprecher sind miniaturisiert. Die Antenne ist meist integriert und nur bei einigen Geräten nach außen geführt. Die Leiterplatten sind mit einer Vielzahl elektronischer Bauelemente bestückt, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Der Akku zur Stromversorgung hat einen hohen Anteil an der Masse und den Abmessungen der Handys.
Wird davon ausgegangen, dass bereits heute eine weitgehende Marktsättigung in Deutschland erreicht ist und hauptsächlich ein Ersatz vorhandener durch neu verkaufte Geräte erfolgt, ist zukünftig mit einem Entsorgungsumfang von bis zu 20 Millionen Handys jährlich zu rechnen. Das bedeutet, dass - bei einer mittleren Masse von 100 Gramm pro Gerät – allein durch die Endgeräte mit einem Elektronikschrottaufkommen von ca. 2.000 Tonnen pro Jahr zu rechnen wäre, wenn die Zweitnutzung außer Betracht bliebe. Hinzu kommt mindestens die gleiche Zahl an Netzteilen, da diese bislang generell mit neuen Geräten zusammen verkauft werden.
Weniger aus der Menge als aus dem Materialspektrum ergibt sich die Notwendigkeit, die Geräte trotz ihrer geringen Abmessungen geeigneten Recycling- und Entsorgungswegen zuzuführen und sie keinesfalls in den Hausmüll zu geben. Voraussetzung dafür sind die entsprechende Information der Gerätebesitzer und die Sicherung der Geräterücknahme. Mit der Umsetzung der EU-Regelungen zur Rückführung von Elektronikschrott (WEEE 7) und zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe (RoHS 8) in nationales Recht sollen zukünftig die Aspekte der Gestaltung, Rücknahme und Verwertung elektronischer Geräte berücksichtigt und reglementiert werden. Aus der Sicht von Umwelt- und Verbraucherschutz besteht jedoch bereits jetzt Informations- und Handlungsbedarf. Die Vergabe eines Umweltzeichens für Handys – mit geringem SAR-Wert und recyclingfreundlich konstruiert - soll auch hierzu einen Beitrag leisten.

1.5 Ziel der Umweltzeichenvergabe
Das Umweltzeichen „Blauer Engel“ für Handys soll dem Käufer eines Gerätes signalisieren, dass das damit versehene Produkt - im Vergleich zu anderen - dem vorbeugenden Verbraucherschutz eher Rechnung trägt und für Gesundheit und Umwelt günstigere Eigenschaften hat. Damit kann das Umweltzeichen eine Entscheidungshilfe bei der Anschaffung neuer Geräte bieten.
Es handelt sich um ein freiwilliges Zeichen, welches die Hersteller zur Entwicklung von Geräten mit geringen SAR-Werten und zur Umsetzung von Recyclingkonzepten motivieren soll und ihnen auch erlaubt, den Kunden diese Aspekte der Produkteigenschaften ohne detaillierte Erläuterungen und Bewerbung auf einfache Weise zu vermitteln.

2 Geltungsbereich
Die Vergabegrundlage gilt für Mobiltelefone (Handys), die nach dem GSM-, GPRS- oder UMTS-Standard arbeiten.
Die Geräte sollen in der Hauptsache für die Übermittlung von Telefongesprächen und Nachrichten konzipiert sein, können aber auch Zusatzfunktionen anbieten (z.B. Organizer), sowie drahtlosen Internetzugang und Datenübertragung über Infrarotschnittstellen oder Bluetooth ermöglichen.

3 Anforderungen und Nachweise
Mit dem auf der ersten Seite abgebildeten Umweltzeichen können die unter Abschnitt 2 genannten Mobiltelefone gekennzeichnet werden, sofern Sie den folgenden Anforderungen entsprechen.

3.1 Emissionen
3.1.1 SAR-Wert
Die spezifische Absorptionsrate, abgekürzt SAR-Wert, ist zu messen nach DIN EN 50361. Der SAR-Wert darf 0,60 Watt pro Kilogramm nicht überschreiten.
Nachweis:
Der Antragsteller legt die Zusammenfassung eines Prüfprotokolls eines unabhängigen Prüfinstitutes vor, das für diese Messungen nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert ist.
Prüfprotokolle des Antragstellers werden als gleichwertig anerkannt, wenn dieser ein Prüflaboratorium betreibt, das für diese Messungen nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert ist.


3.1.2 Verbraucherinformation zur Minimierung der Handystrahlung
Der SAR-Wert ist in den Produktunterlagen anzugeben. Der Gerätenutzer ist in den Produktunterlagen darüber zu informieren,
- dass der SAR-Wert bei maximaler Leistung des Handys gemessen wird und die Belastung des Nutzers in der Regel geringer ist, weil die Leistung des Gerätes beim Telefonieren nicht voll ausgeschöpft wird (gute Sende- und Empfangsbedingungen) und
- wie der Nutzer eine etwaige Funkwellen - Belastung durch das Beachten einfacher Regeln beim Telefonieren minimieren kann.
Mindestens auf der Verpackung des Handys muss wahlweise entweder das Symbol für das Umweltzeichen „Blauer Engel“ gut erkennbar angebracht sein oder der SAR-Wert gut lesbar angegeben werden. Eine Information am Handy selbst (Typenschild oder Display) ist optional und aus der Sicht der Nutzer wünschenswert.
Nachweis:
Der Antragsteller legt die entsprechenden Seiten der Produktunterlagen vor und gibt an, ob auf der Verpackung oder am Gerät der SAR-Wert oder das Umweltzeichen ausgewiesen wird.

3.2 Rücknahme der Geräte
Der Antragsteller verpflichtet sich, seine Geräte mit dem Umweltzeichen nach deren Gebrauch zurückzunehmen, um diese einer Verwertung zuzuführen. Nicht verwertbare Geräteteile sind umweltverträglich zu beseitigen.
Die Rücknahme der Geräte erfolgt kostenlos bei benannten Annahmestellen (zum Beispiel bei Händlern).
Die vom Hersteller benannten Annahmestellen müssen sich in Deutschland befinden. Es muss möglich sein, dort die Geräte persönlich oder auf dem Versandwege abzugeben.
Die Produktunterlagen müssen Informationen über die Rücknahmemöglichkeiten enthalten.
Nachweis:
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung, nennt die Rücknahmestelle und legt die entsprechenden Seiten der Produktunterlagen vor.

3.3 Recyclinggerechte Konstruktion
Handys unterliegen subjektiven Anforderungen an Funktionalität, Design und Einfachheit der Handhabung und Bedienung. Darüber hinaus gilt:
- Umweltzeichengeräte müssen so konstruiert sein, dass sie für Recyclingzwecke leicht zerlegbar sind, damit Gehäusekunststoffe und Akkumulatoren als Fraktionen von Materialien anderer funktioneller Einheiten getrennt und nach Möglichkeit verwertet werden können.
- Die mit dem Umweltzeichen ausgezeichneten Geräte müssen so gestaltet sein, dass im Fachbetrieb eine Zerlegung durch intelligent gestaltete Verbindungskonstruktion unterstützt oder mit gängigen Werkzeugen vorgenommen werden kann.
- Sofern der Antragsteller eine spezielle Recyclingstrategie verfolgt, legt er dem RAL deren Ansatz dar.
- Vom Hersteller mit der Verwertung von Altgeräten mit Umweltzeichen beauftragte Fachbetriebe erhalten Informationen für die Demontage der Geräte in Recycling- oder Behandlungsanlagen.
Nachweise:
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderungen und erläutert die vorgesehenen Recyclingwege bzw. –strategie.

3.4 Materialanforderungen
3.4.1. Kunststoffe der Gehäuseteile und Tastaturen

- Chlorierte oder bromierte Polymere und Zusätze von chlor- oder bromorganischen Verbindungen - insbesondere als Flammschutzmittel - sind nicht zulässig.
- Blei und Cadmium und deren Verbindungen dürfen den verwendeten Kunststoffen und Beschichtungen nicht zugesetzt sein.
- Gehäuseteile aus Kunststoff (ab 10 Gramm) müssen gemäß DIN ISO 11 469 gekennzeichnet sein. Andere Gehäusematerialien sind zu benennen.
Von dieser Regelung ausgenommen sind:
- Prozessbedingte, technisch unvermeidbare Verunreinigungen.

3.4.2 Leiterplatten
Dem Trägermaterial der Leiterplatten dürfen keine PBB (Polybromierte Biphenyle), PBDE (Polybromierte Diphenylether) oder Chlorparaffine zugesetzt sein.
Nachweise:
Der Antragsteller nennt die verwendeten Gehäusematerialien und legt eine Liste vor. Er erklärt die Einhaltung der Anforderungen nach Abschnitt 3.4.1 und 3.4.2 . Bezüglich der Flammschutzmittel legt er eine schriftliche Erklärung des Kunststofflieferanten und des Leiterplattenlieferanten vor, dass die ausgeschlossenen Substanzen den Kunststoffen nicht zugesetzt sind.


3.4.3 Elektronische Bauelemente
Cadmium, Quecksilber sowie Beryllium und deren Verbindungen dürfen nicht verwendet werden.
Nachweis:
Der Hersteller erklärt, dass Cadmium, Quecksilber und Beryllium und deren Verbindungen nicht in den verwendeten elektronischen Bauelementen eingesetzt wurden.


3.5 Batterien und Akkumulatoren
Batterien und Akkumulatoren dürfen weder Blei, Cadmium noch Quecksilber enthalten.
Gemäß Batterie-Verordnung in der jeweils gültigen Fassung enthält die Bedienungsanleitung die notwendigen Informationen und Hinweise zur Verpflichtung des Nutzers, die Batterien und Akkumulatoren einer Rücknahmestelle und keinesfalls dem Hausmüll zuzuführen und zu Rücknahmemöglichkeiten für die Original-Akkumulatoren.
Nachweis:
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderungen. Er nennt den verwendeten Akkumulatortyp und legt die entsprechende Seite der Produktunterlagen vor.


3.6 Zubehör
Zum Lieferumfang muss eine externe Hör- und Sprecheinrichtung (sog. Headset) gehören.
Nachweise:
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung.


3.7 Verpackung
Die für die Verpackung der Geräte verwendeten Kunststoffe dürfen keine halogenhaltigen Polymere enthalten.
Die verwendeten Kunststoffe sind entsprechend der Verpackungs-Verordnung in der jeweils gültigen Fassung zu kennzeichnen.
Nachweis:
Der Antragsteller erklärt die Einhaltung der Anforderung und teilt die Kennzeichnung der Verpackungskunststoffe mit.


3.8 Verbraucherinformationen
Übersichtliche Verbraucherinformationen sind Voraussetzung für die optimale Nutzung der Geräte. Sofern die Geräte in Deutschland verkauft werden, sind die Verbraucherinformationen vollständig auch in Deutsch zu verfassen.
a) Die Produktunterlagen, die den Geräten beim Verkauf beiliegen, müssen neben den wichtigsten Technikdaten und Benutzungshinweisen auch die in dieser Vergabegrundlage geforderten Informationen enthalten
- den gemäß DIN EN 50361 gemessenen (maximalen) SAR-Wert (siehe
3.1.1),
- Hinweise auf einen vorsorglichen Umgang mit Handys zur Minimierung der Funkwellenbelastung (siehe 3.1.2),
- Hinweise zur Rücknahme der Geräte (siehe 3.2),
- Hinweise zur Entsorgung der Akkus (siehe 3.5),
- Hinweise, wie die Leistungsaufnahme von Ladegeräten vermieden werden kann, so lange kein Handy-Akku aufgeladen wird,
- Hinweis, dass die Nutzung eines Headsets die Belastung durch Funk
wellen im Bereich des Kopfes reduziert (siehe 3.6).

b) Auf der Verpackung der Geräte ist der SAR-Wert gut sichtbar anzugeben. Auf die Angabe des SAR-Wertes kann verzichtet werden, wenn das Umweltzeichen „Blauer Engel“ auf der Verpackung gut erkennbar ist.
c) SAR-Wert und Handhabungsempfehlungen können zusätzlich auch auf dem Display angezeigt werden.
Nachweis:
Der Antragsteller legt die entsprechenden Seiten der Produktunterlagen vor.


4 Zeichennehmer und Beteiligte
4.1 Zeichennehmer sind Hersteller oder Vertreiber von Produkten gemäß Abschnitt 2.
4.2 Am Vergabeverfahren sind folgende Stellen beteiligt:
RAL, Umweltbundesamt und Bundesland, in dem die Produktionsstätte liegt, in der die zu kennzeichnenden Produkte hergestellt werden.

5 Zeichenbenutzung
5.1 Die Benutzung des Umweltzeichens durch den Zeichennehmer erfolgt aufgrund eines mit dem RAL abzuschließenden Zeichenbenutzungsvertrages.
5.2 Im Rahmen dieses Vertrages übernimmt der Zeichennehmer die Verpflichtung, die Anforderungen gemäß Abschnitt 3 für die Dauer der Benutzung des Umweltzeichens einzuhalten.
5.3 Für die Kennzeichnung von Produkten gemäß Abschnitt 2 werden Zeichenbenutzungsverträge abgeschlossen. Die Geltungsdauer dieser Verträge läuft bis zum 31.12.2005.
Sie verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, falls der Vertrag nicht bis zum 31.03.2005 bzw. 31.03. des jeweiligen Verlängerungsjahres schriftlich gekündigt wird.
Eine Weiterverwendung des Umweltzeichens ist nach Vertragsende weder zur Kennzeichnung noch in der Werbung zulässig. Noch im Handel befindliche Produkte bleiben von dieser Regelung unberührt.

5.4 Der Zeichennehmer (Hersteller) kann die Erweiterung des Benutzungsrechtes für das kennzeichnungsberechtigte Produkt beim RAL beantragen, wenn es unter einem anderen Marken-/Handelsnamen und/oder anderen Vertriebsorganisationen in den Verkehr gebracht werden soll.
5.5 In dem Zeichenbenutzungsvertrag ist festzulegen:
5.5.1 Zeichennehmer (Hersteller/Vertreiber)
5.5.2 Marken-/Handelsname, Produktbezeichnung



1) Deutscher Bundestag, Drucksache 14/7958, v. 04.01.2002
2) VDE-Positionspapier „Mobilfunk und Gesundheit“, März 2002
3) Empfehlungen der Strahlenschutzkommission (SSK) : Grenzwerte und Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen Feldern, 13./14.09.2001 (www.ssk.de)
4) BMU Umwelt, 2/2002, S.164
5) DIN EN 50361, 2002-06 „Grundnorm zur Messung der spezifischen Absorptionsrate (SAR) in Bezug auf die Sicherheit von Personen in elektromagnetischen Feldern von Mobiltelefonen (300 MHz bis 3 GHz)
6) International Commission on Nonionizing Radiation Protection, Internationale Kommission für den Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung
7) Directive on Waste from Electrical and Electronic Equipment, Richtlinie 2002/96/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Elektro- und Elektronik-Altgeräte vom 27.01.2003
8) Directive on the R estriction of the Use of Certain Hazardous Substances in Electrical and Electronic Equipment, Richtlinie 2002/95/EG zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (Amtsblatt der EU L 37, 13.02.2003)

 
     

Helmut Langenbach  
Mitglied der Bürgerwelle e.V. 
E-Mail: strahlung.gratis@online.de