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Die DECT/GAP-Technik der Schnurlosen Telefone

     

Im Umkreis von bis zu 200 Metern um eine leitungsgebundene Basisstation  kann man mit Schnurlosen Telefonen drahtlos telefonieren. Die in Deutschland erhältlichen schnurlosen Telefone arbeiten entweder nach dem CT1+-Standard (Cordless Telephone) oder nach dem DECT-Standard (Digital Enhanced Cordless Telekommunication). Wegen der geringen Sendeleistung dieser Geräte sind thermische Wirkungen bei beiden Standards ausgeschlossen, hinsichtlich ihrer möglichen nichtthermischen Wirkungen müssen sie jedoch unterschieden werden:

CT1+-Telefone arbeiten mit analoger Signalübertragung und haben eine sehr geringe Sendeleistung von 10 Milliwatt, daher sind sie harmlos. Gesundheitlich relevante nichtthermische Wirkungen sind bei ihnen nicht zu erwarten.

DECT-Telefone arbeiten mit digitaler Signalübertragung und verwenden gepulste Mikrowellen wie die Mobilfunk-Handys. Zwar liegt ihre mittlere Sendeleistung auch nur bei 10 Milliwatt, die Leistung der einzelnen Pulse ist jedoch 25 mal so groß. Bisher liegen keine einschlägigen wissenschaftlichen Untersuchungen zu DECT-Telefonen vor, doch muss aufgrund der Pulsung mit den gleichen nichtthermischen Effekten wie bei den D- und E-Netzen gerechnet werden. Bedenklich ist, dass die Basisstation einer DECT-Anlage permanent sendet, also auch dann, wenn nicht telefoniert wird. DECT-Basisstationen sind 24-Stunden Dauersender. Wer ein DECT-Telefon betreibt wird erheblich stärker mit gepulsten Mikrowellen belastet als die Anwohner von Mobilfunk-Basisstationen.

  • Die Trägerfrequenz liegt bei 1,88-1,9 GHz
  • 10 Kanäle mit1,728 MHz Abstand.
  • DECT benutzt als Modulationsverfahren Gaussian Frequency Shift Keying (GFSK).
  • Die gemittelte Sendeleistung beträgt 10 mW, DECT definiert die Nominal Transmit Power (NTP) zu 250 mW (24 dBm).
  • Leistungsregelung der Mobilstation. Im Ruhezustand (in Bereitschaft) wird ein verkürzter Burst mit einer Zeitdauer kleiner 0,1ms gesendet. Dadurch ergibt sich eine auf 1/4 reduzierte, gemittelte Sendeleistung von 2,5 mW entsprechend einem Spitzenwert von 62,5 mW.
  • Die Information wird in digitalisierten 'Paketen' übermittelt. Die Rahmendauer beträgt bei DECT zehn ms. In dieser Zeit werden 24 Zeitschlitze durchfahren (zwölf Downlink, zwölf Uplink). Da dieses auf zehn Trägerfrequenzen stattfindet, sind somit 240 Kanäle möglich, die üblicherweise paarweise vergeben werden. Damit sind im DECT-HF-Spektrum 120 Vollduplex-Kanäle möglich. Bei unsymmetrischem Verkehr (z.B. Datenübertragung) können die Zeitschlitze auch unsymmetrisch vergeben werden. Es wäre zum Beispiel ein Fall von 23 Zeitschlitzen Downlink und einem Zeitschlitz Uplink denkbar.
  • Da die Mobilstation bei der Sprachkommunikation nur in einem von 24 Zeitschlitzen sendet, beträgt die gemittelte Sendeleistung der Mobilstation ca. 10 mW. 
  • Durch die 10 ms Rahmendauer ergibt sich ein Signal 100 Hz gepulst mit steilen Flanken.
Vergleich DECT und GSM

Beide Systeme wurden in Europa durch die europäische Standardisierungsorganisation für Telekommunikation ETSI (www.etsi.org) spezifiziert.

DECT wird in Europa in der Regel im privaten Bereich als "schnurloses Telefon" und im beruflichen Umfeld als "Drahtlose Nebenstellenanlage" verwendet.

GSM ist der für öffentliche Mobilfunknetze verwendete Standard und wird z. B in Deutschland von den vier lizenzierten Netzbetreibern: T-Mobile(D1), Vadofone(D2), E-Plus und O2 eingesetzt.


Technische Daten im Vergleich
System GSM 900 GSM 1800 DECT
Frequenz 900 MHz 1800 MHz 1900 MHz
Zeitschlitze 8 8 24
Spitzenleistung 2000 mW 1000 mW 250 mW
Mittlere Leistung (Spitzenleistung geteilt durch Zahl der Zeitschlitze 250 mW 125 mW 10 mW
Leistungsregelung ja ja nein
Gesetzl. Grenzwert (26.BImSchV) in Deutschland für die jeweilige Frequenz 4,65 W/m² 9,0 W/m² 9,5 W/m²


 

 

  
   
  

Aufzeichnung eines DECT/GAP-Signals

    

Abstand der Impulse:
10 ms (100 Hz)

Spitzenleistung 250 mW
mittlere Leistung 10 mW

    
 

Detailansicht von DECT/GAP-Signal

   
  Signal bei einem Mobilteil. Es können bis zu 12 Mobilteile installiert werden.
   
   
    
  Aufbau des DECT-Signals (Rahmen und Zeitschlitze)

Die genaue Zeit-Definition bei DECT ist der Rahmen, der 10 Millisekunden dauert. Er ist in 24 Zeitschlitze (time slots) unterteilt. 16 Rahmen bilden einen Multirahmen, 25 Multirahmen einen Hyperrahmen.

1 Hyperrahmen = 25 Multirahmen = 4 s
1 Multirahmen = 16 Rahmen = 160 ms
1 Rahmen = 24 Zeitschlitze = 10 ms = 10000 us
1 Zeitschlitz = 1/24 Rahmen = 416,7 us

Der Zeitschlitz von 416,7 µs enthält 424 Bits a 865,5 ns (368µs) und eine Pause von ca. 50µs damit die einzelnen Burst's sauber getrennt sind. Aufgrund der geringen Entfernungen ist ein Laufzeitausgleich nicht notwendig. (Laufzeiten um 1µs)


Neben den gesundheitlichen Problemen sind durch DECT-Telefone auch technische Störungen möglich. Satellitenempfänger können im Umkreis von mehr als 10 Metern (auch durch eine Wand hindurch) gestört werden, weil DECT-Telefone im gleichen Frequenzbereich senden wie einige Satellitenkanäle (CNN, n-tv). Die Bildstörungen (horizontale Streifen) sind auch dann vorhanden, wenn nicht telefoniert wird. Weitere Beeinträchtigungen können bei Hörgeräten (Brummton), Stereoanlagen und anderen Telefonen auftreten. Mit CT1+ Telefonen gibt es diese Probleme nicht.

Technische Eigenschaften der Standards für schnurlose Telefone

Standard

CT1+

DECT

Signalübertragung

analog

digital, gepulst Pulsfrequenz 100 Hz

Frequenzband

885-887 MHz

930-932 MHz

1880-1990 MHz

Sendeleistung

10 mW

250 mW (Puls)

10 mW (gemittelt)

Basisstation ist Dauersender

nein

ja

Leistungsflussdichte in 30 cm Abstand von der Basisstation

8 -10 mW/m²

380 - 440 mW/m²

Leistungsflussdichte in 1 m Abstand von der Basisstation

0,7-1 mW/m²

35 - 40 mW/m²

Leistungsflussdichte in 5 m Abstand von der Basisstation

0,040 mW/m²

1,4 -1,6 mW/m²

Reichweite in Gebäuden

bis 60 Meter

bis 50 Meter

Reichweite im Freien

bis 200 Meter

bis 200 Meter

Störung von Satellitenempfang und Hörgeräten

nein

ja

 
   

Die gepulste Strahlung von DECT-Telefonen durchdringt dicke Betonwände - und selbstverständlich dünne Schädelknochen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, alte Menschen, Kranke, schwangere Frauen und andere Risikogruppen z.B. alle mit gestörtem Immunsystem.

 
 
Deshalb Fordern wir:
  
  • Verbot des DECT-Telefon-Standarts
  • Verbot aller gepulster Funksysteme, insbesondere für den häuslichen Bereich
  • Beweislastumkehr
  • keine Einführung von neuen Technologien ohne gesicherte Überprüfung der Auswirkungen

  

In den Wohnungen stellen DECT-Telefone den Versuch einer gefährlichen Körperverletzung dar. Wer sich ein DECT- Telefon kauft, sollte sich gut versichern, denn auch die Nachbarn sind betroffen. Die Verbraucherschutzzentrale warnt, das Verbraucherschutz-ministerium schweigt.

   

   Biologische Relevanz gepulster Signale

  

Neue "strahlenarme" DECT-Schnurlostelefone

 

    Sind Siemens Gigaset Telefone strahlungsarm