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Eine Telekom-Strategie

  

Von Örjan Hallberg*, Hallberg Independent Research, August 2009

 

Bei meiner Arbeit in der Firma Ericsson als Leiter des Umwelt-Ressorts der beiden größten Geschäftsbereiche Festnetz und Mobiltelefonie musste ich sämtliche Umweltaspekte unserer Arbeit berücksichtigen – mit einer einzigen Ausnahme: der Einfluss der elektromagnetischen Strahlung. Dieses besondere Gebiet wurde durch speziell eingesetzte Experten bearbeitet, welche der Firmenleitung immer genau das sagten, was sie hören wollte: Strahlung ist gesundheitlich unschädlich.

Aber mit der Zeit sammeln sich die Fakten doch an. Die Experten sind keine Dummköpfe, und die Firmenleitung auch nicht. Doch all die Tausenden von Milliarden Dollars, die in die Antennenmasten hineingesteckt worden sind, müssen ihren Dienst so lange als möglich tun. Daher braucht es eine Strategie, die genauestens befolgt werden muss. Und das ist die Strategie:

  1. Die oberste Firmenleitung braucht eine Expertengruppe, der vertraut werden kann, dass sie immer das Richtige sagt. Mobiltelefone sind vollkommen unschädlich.
     

  2. Nur eine einzige nationale Behörde soll das Recht haben, etwas über mögliche gesundheitliche Risiken von Mobilte-lefonen und Sendeanlagen zu sagen. Diese Behörde ist die Strahlenschutz-behörde. Alle anderen Behörden müssen sich auf die Strahlenschutzbehörde beziehen. Ihre eigenen Ansichten zu dieser Sache dürfen sie nicht publizieren.
     
  3. Die Strahlenschutzbehörde muss sich auf eine besondere Gruppe ausgewählter Experten stüt-zen können, nämlich solcher, die dafür bekannt sind, dass sie das Richtige sagen. Studien mit Hinweisen auf Probleme werden in den zusammenfassenden Literaturstudien dieser Experten nicht erwähnt. Mobiltelefone sind unschädlich.
     
  4. Die Experten dieser besonderen Gruppe sollten möglichst Mitglieder der ICNIRP sein. Diese Organisation wird finanziert von der Mobilfunkindustrie und ist ein sehr wichtiges Werkzeug geworden, da sie die Strahlungsgrenzwerte so hoch angesetzt hat, dass diese für die Mobilfunk-industrie nie ein Problem darstellen werden. Mobiltelefone sind unschädlich.
     
  5. Die Telekommunikationsindustrie entwickelt mittlerweile neue Telefonsysteme, damit sie gerüstet ist, wenn es offensichtlich wird, dass die bisherigen Mobiltelefone und die Gesundheit nicht unbedingt so gut zusammenpassen, wie man dachte. Patente für die Begrenzung der Strahlungsleistung und für IR/UV-Systeme werden eingereicht, aber unter Verschluss gehalten, solange die Behörden nicht nach besseren und sichereren Produkten fragen. Mobiltele-fone sind unschädlich.
     
  6. Um möglichst viel Zeit für die Entwicklung und Einführung neuartiger Telefonsysteme zu ge-winnen, muss dafür gesorgt werden, dass Jahrzehnte lang Studien laufen, bevor daraus irgend-welche Folgerungen gezogen werden können. Ein Beispiel dafür ist die Interphone-Studie, ein anderes die COSMOS-Studie. Falls diese Studien je gesundheitliche Auswirkungen zeigen sollten, so werden wir bis dann so oder so neue und bessere Mobilfunk-systeme haben. In der Zwischen-zeit sind die Mobiltelefone unschädlich.
     
  7. Wenn die neue IR/UV-Mobiltelefongeneration fertig entwickelt sein wird, wird man Wert darauf legen, die Vorteile dieses Systems auch unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit hervorzuheben. Dies wird bei der Vermarktung des neuen Systems und beim Verkauf weiterer 6 Milliarden Mobiltelefone mithelfen. Jetzt wird die Expertengruppe der Strahlenschutzbehörde einen Bericht herausgeben dürfen, in welchem steht, dass aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge ein Wechsel zum neuen System nötig sei. Aber das neue Mobilfunksystem werde vollkommen unschädlich sein.
   

* Örjan Hallberg betreibt seit November 2001 ein eigenes, unabhängiges Forschungs-institut. Vorher arbeitete er während Jahrzehnten bei Ericsson als Leiter in den Ressorts Qualitäts-sicherung und Umweltverträglichkeit. Seit Februar 2003 arbeitet er Vollzeit für Hallberg Independent Research, http://hir.nu/. Mit seinen Studien erforscht er vor allem die Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren und Erkrankungen, dies insbesondere auch auf dem Gebiet der elektromagnetischen Strahlung.

 

Örjan Hallberg

   
Übersetzung durch www.buergerwelle-schweiz.org 18.08.09
     
     
Letzte Bearbeitung: 05.09.2009  

Helmut Langenbach
Mitglied der Bürgerwelle e.V. 
E-Mail: strahlung.gratis@online.de